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Druckdaten-Checkliste.

33 Punkte, mit denen deine PDF in jeder Druckerei durchlaufen — ohne Rückfragen, ohne Verzögerung, ohne böse Überraschung am Andruck-Tag. Hak die Liste vor dem Versand ab. Drucken oder als PDF speichern (Strg/Cmd + P).

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01 · Format

Format & Anschnitt.

Was an den Rand soll, muss über den Rand hinaus. Schneidetoleranzen sind real — 1 mm verschoben kann den Unterschied zwischen Profi-Druck und Bastel-Look ausmachen.

  • Endformat exakt definiert. Das Trimm- oder Endformat ist die finale Größe nach dem Schneiden — z.B. 148 × 210 mm für DIN A5.
  • Anschnitt 3 mm umlaufend. Alle Bilder, Farbflächen und Hintergründe ragen 3 mm über das Endformat hinaus.

    Manche Druckereien fordern 5 mm — checken steht im Datenblatt der Druckerei.

  • Beschnittzeichen + Dokumentinfo aktiviert. Beim PDF-Export Schnittmarken setzen, damit die Druckerei weiß wo geschnitten wird.
  • Sicherheitsabstand 5 mm zum Rand. Wichtige Inhalte — Texte, Logos, Adressen — bleiben 5 mm vom Endformat-Rand entfernt.
  • Falzlinien markiert. Bei Faltprodukten (Flyer, Falzkarten) sind die Falzpositionen als Hilfslinien sichtbar oder als separate Ebene angelegt.
02 · Farbe

Farben & Schwarzaufbau.

Bildschirme sind RGB, Druckmaschinen sind CMYK. Wer das nicht trennt, druckt Pastell statt Rot.

  • Farbmodus CMYK — kein RGB im finalen PDF.
  • Farbprofil zugewiesen. ISO Coated v2 für gestrichenes Papier, PSO Uncoated v3 für ungestrichen, PSO Coated v3 für moderne Bogenoffset.
  • Sonderfarben als Spot-Color benannt. Pantone-Farben oder HKS sind explizit als Volltonfarbe gesetzt — nicht als CMYK-Mischung.
  • Text-Schwarz 100% K. Schwarzer Text ausschließlich als C0 M0 Y0 K100 — keine Mischung.

    „Rich Black" für Text wird matschig — der Versatz beim Druck zeigt rote oder cyane Schatten am Buchstabenrand.

  • Schwarzaufbau für große Flächen: C40 M30 Y30 K100 als Rich Black — wirkt tiefer als reines Schwarz, ohne Versatzprobleme bei Flächen.
  • Total Ink Coverage unter 300%. Die Summe aller CMYK-Werte überschreitet nirgends 300% (für Coated). Sonst rubbelt die Farbe ab oder das Papier wellt.
  • Überdrucken (Overprint) korrekt eingestellt. Schwarz auf Überdrucken nur bei flächigem Hintergrund, sonst Aussparung.
03 · Auflösung

Auflösung.

Bildschirm-Auflösung (72 dpi) reicht im Druck nicht. Was am Monitor scharf aussieht, wird im Print verpixelt.

  • Pixelbilder 300 dpi bei tatsächlicher Druckgröße. Wenn ein Bild 10 cm breit gedruckt wird, hat es bei 300 dpi 1.181 Pixel Breite.
  • Strichgrafiken 1200 dpi — oder besser: als Vektor (SVG, EPS, native Illustrator) anlegen. Logos sind immer Vektor.
  • Keine GIFs, keine Web-PNGs ohne vorherige Konvertierung in CMYK + 300 dpi.
  • Bilder nicht hochgerechnet. 72-dpi-Bilder kannst du nicht einfach „auf 300 dpi setzen" — die Software erfindet Pixel, das Ergebnis ist matschig.
04 · Schriften

Schriften.

Wenn die Druckerei deine Schrift nicht hat, ersetzt die Software sie durch eine generische — und dein Layout ist hin.

  • Schriften eingebettet beim PDF-Export, oder alternativ in Pfade konvertiert (Outlines).

    Pfade sind sicherer, aber nicht mehr editierbar — also als allerletzten Schritt vor dem Export machen.

  • Mindestlinienstärke einfarbig 0,25 pt — feinere Linien fallen auf gestrichenem Papier weg.
  • Mindestlinienstärke mehrfarbig 0,5 pt — bei Linien aus mehreren CMYK-Farben muss der Druck-Versatz toleriert werden.
  • Keine Type-3-Schriften. Veraltetes Format, oft Probleme beim Belichten — moderne OpenType (OTF) oder TrueType (TTF) verwenden.
  • Lizenz-Status der Schrift geklärt. Du hast eine Druck-Lizenz für alle verwendeten Schriften (kein „nur für Web").
05 · Datei

Dateiformat & Versand.

Kein Indesign-File, kein Photoshop-Mehrebenen-PSD. Druckereien wollen ein PDF, das eindeutig ist.

  • PDF/X-1a oder PDF/X-4 als Standard. PDF/X-4 unterstützt Transparenzen, X-1a flatcht alles auf eine Ebene.
  • Eine PDF pro Druckprodukt. Visitenkarte vorne + Visitenkarte hinten = ein PDF mit 2 Seiten.
  • Doppelseiten als Einzelseiten exportiert — außer bei Falzprodukten, wo das Spread korrekt ist.
  • Endformat-PDF, kein Bogenmontage-PDF. Du lieferst die einzelne Visitenkarte, nicht den A3-Bogen mit 8 Visitenkarten drauf.
  • Dateigröße im sinnvollen Rahmen. 50–500 MB ist normal — über 1 GB ist meist ein Hinweis auf nicht-komprimierte Bilder oder vergessene Embedded-Daten.
  • Sprechender Dateiname. visitenkarte-mueller-2026-final-v3.pdf ist besser als final.pdf.
06 · Final-Check

Letzter Check vor dem Versand.

Bevor du auf „Senden" klickst — diese 6 Kontrollen kosten 2 Minuten und sparen 200 € Nachdruck.

  • Preview öffnen mit Schnittmarken. Anschnitt + Beschnittzeichen visuell prüfen — sieht alles dort wo's hin soll?
  • Preflight-Check laufen lassen. Acrobat Pro oder InDesign-eigener Preflight findet Auflösungs-, Farb- und Schrift-Probleme automatisch.
  • Total Ink Coverage simulieren. Im Acrobat unter „Ausgabevorschau" → „Gesamtfarbauftrag" prüfen.
  • Alle Spot-Lacke korrekt benannt. Bei Sonderveredelungen (UV-Lack, Heißfolie, Stanze) die Ebene als Spot-Color mit eindeutigem Namen.
  • Mit Druckerei-Datenblatt abgleichen. Jede Druckerei hat eigene Spezifikationen — Anschnitt, Farbprofil, PDF-Standard checken.
  • Backup gesichert. Quell-Datei (.indd, .psd, .ai) plus exportierte PDF in einem Projekt-Ordner mit Datum.
Die häufigsten Stolperer

Schwarzer Text als CMYK-Mischung statt 100% K → Buchstaben werden matschig. Bilder mit 72 dpi → druckt verpixelt, kein Backup mehr möglich. RGB-Bilder im PDF → unvorhersehbare Farbverschiebung bei der Konvertierung. Hairlines unter 0,25 pt → fallen auf gestrichenem Papier komplett weg.

Trotzdem unsicher?

Schick mir deine PDF, ich check das Print-File.

Wenn du dir bei der Datei nicht sicher bist — schick sie mir, ich prüf sie kostenfrei und sag dir, was zu tun ist. Dauert 10 Minuten.

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