Print · 25. April 2026 · 9 min Lesezeit

Druckdaten für Online-Druckereien richtig.

Flyeralarm, WIRmachenDRUCK, Saxoprint, diedruckerei.de — die Online-Druckereien sind günstig, aber gnadenlos. Wer falsch ablegt, druckt falsch. So bereitest du PDFs vor, die durchgehen und beim Druck so aussehen wie auf deinem Bildschirm.

Cover-Illustration Druckdaten für Online-Druckereien: technische Zeichnung eines Druckbogens mit eingezeichnetem Anschnitt, Endformat und Sicherheitsabstand sowie PDF-Export-Dialog mit Farbprofil-Einstellungen

1. Format + Beschnittzugabe (Bleed)

Ein A5-Flyer hat 148 × 210 mm. Deine Datei aber muss 154 × 216 mm sein — also pro Seite 3 mm extra. Diese Beschnittzugabe (englisch „bleed") wird beim Schneiden später entfernt. Sie verhindert, dass weiße Streifen am Rand entstehen, falls der Schneideprozess minimal verrutscht.

Praxis: In InDesign oder Affinity Publisher beim Dokument-Setup direkt 3 mm Anschnitt einstellen. Bilder und Hintergründe ziehen bis in den Anschnitt. Wichtige Inhalte (Texte, Logos) halten 5 mm Abstand vom Endformat-Rand nach innen.

Faustregel

3 mm Beschnittzugabe rundherum, 5 mm Sicherheitsabstand nach innen. Online-Druckereien akzeptieren teils auch 2 mm — 3 mm sind unkritisch.

Diagramm · A5 mit Anschnitt 154 × 216 mm · BLEED A5 · 148 × 210 mm Anschnitt 3 mm Sicherheit 5 mm Endformat (Trimm)
Magenta gestrichelt = Anschnitt · Weiß = Endformat · Gold = Sicherheits-Rahmen

2. Farbmodus: CMYK statt RGB

Dein Bildschirm zeigt RGB — den additiven Farbraum aus Rot, Grün, Blau. Drucker arbeiten mit CMYK — Cyan, Magenta, Yellow, Key (Schwarz). RGB-Bilder werden beim Druck umgerechnet, oft mit unschönen Farbverschiebungen, gerade bei kräftigen Blau- oder Grüntönen.

Wandle Bilder vor dem Export in CMYK um (in Photoshop: Bild → Modus → CMYK). Vektorgrafiken sollten in deinem Layout-Programm als CMYK angelegt werden.

3. Auflösung: 300 dpi minimum

Bilder müssen bei der finalen Druckgröße mindestens 300 dpi haben — bei kleineren Auflösungen werden sie pixelig. Ein Foto, das mit 1500 × 1000 px aufgenommen wurde, kann maximal mit 12,7 × 8,5 cm druckscharf wiedergegeben werden.

Faustformel: Pixelbreite ÷ 300 × 2,54 = maximale Druckbreite in cm. Für ein A4-Plakat (29,7 × 21 cm) brauchst du also mindestens 3.500 × 2.480 px.

4. Schriften einbetten oder in Pfade umwandeln

Wenn deine Schrift nicht mit dem PDF mitgeliefert wird, ersetzt der Drucker sie — meist durch einen Standard-Font, der dein Layout zerstört. Lösung: beim PDF-Export „Schriften einbetten" aktivieren (PDF/X-3 oder PDF/X-4 macht das automatisch).

Sicherer: alle Texte vor dem Export in Pfade umwandeln. In Illustrator: Schrift → In Pfade umwandeln. Nachteil: Du kannst danach nichts mehr editieren — also vorher Backup speichern.

5. Farbprofile: Coated vs. Uncoated, FOGRA

Glanzpapier (Coated) und Naturpapier (Uncoated) drucken Farben unterschiedlich. Online-Druckereien geben in den Datenchecklisten an, welches Profil sie erwarten. Alle drei Profile stehen kostenlos bei der European Color Initiative (ECI) als Direkt-Download bereit:

In InDesign / Affinity Publisher: beim PDF-Export unter „Output" / „Ausgabe" das passende ICC-Profil zuweisen. In Photoshop für Bilder: Bearbeiten → In Profil umwandeln.

Tipp · Profil-Installation

Nach dem Download die .icc-Dateien unter Windows: Rechtsklick → „Profil installieren". Auf macOS: in ~/Library/ColorSync/Profiles/ ablegen. Adobe-Programme erkennen sie nach Neustart automatisch.

6. Häufige Fehler, die zu Reklamationen führen

7. Vor dem Upload: Druckvorschau-Check

Acrobat Pro zeigt unter Druckproduktion → Ausgabevorschau die Anschnitt-Linien, den Gesamtfarbauftrag und die Schrift-Einbettung — das wichtigste Pre-Flight-Tool. Alternativ macht das auch der Preflight direkt in InDesign / Illustrator. Die meisten Online-Druckereien laufen außerdem nach dem Upload einen automatischen Datencheck — Probleme werden vor der Bestätigung angezeigt.

Wenn du die Druckdaten richtig lieferst, druckt jede Online-Druckerei in Studio-Qualität. Wenn nicht, wird's eine Lehre.

Fazit

Druckdaten sind Handwerk, kein Hexenwerk. Wer einmal verstanden hat, wie Beschnittzugabe, CMYK und Auflösung funktionieren, liefert in 5 Minuten saubere Daten — und vermeidet die häufigste aller Print-Reklamationen: „Sieht anders aus als auf dem Bildschirm."

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